FELTWELT

Seit der Anmerkung einer Bekannten, dass »FILZEN« ja ein mehrdeutiges Unternehmen wäre, geht es mir nicht mehr aus dem Kopf, so dass jedes Mal, wenn ich erklärte zu filzen, auch die Befürchtung im Raum stand, gefragt zu werden: »Wen denn?« … 

Im Deutschen bot sich mir nichts anderes  –  filzen ist filzen und es ist toll, haptisch, sensitiv, entspannend, beglückend und hochkreativ. Wer es je probiert hat, weiß es: Malen mit Wolle, sehen und gestalten – mit einigen spannenden Zufälligkeiten, die sich erst zum Schluss herausstellen, und die man willkommen heißen oder auch bedauern kann … ein altes, wunderbares Handwerk, das immer wieder für Überraschungen gut ist und von dem man – einmal infiziert – nicht so schnell wieder lässt.

Ein Blick aufs Englische ergab: FELT … hm, keine assoziative Bereicherung: Felt-Art, wie es übrigens auch in einige slawische und nordische Sprachen gleichermaßen übersetzt wird. Die Finnen sprechen es ohne t, also »Fell-Art«, was der Sache im Deutschen schon wieder näher kommt: denn es IST ja ein neues Produkt aus einem alten: dem Fell. Doch geschrieben bleibt es FELT-ART – mit T.

Auf der spannenden Reise durch die Sprachen fanden sich noch interessante Konstrukte. So heißt es isländisch Flóki-Art, lateinisch sensit-ars, in Esperanto Sentis-Arto, arabisch alfini shaear, im Jiddischen pelts kunst (wie treffend!) und sehr weit weg von Schweden, im Hawaiianischen sagt man zu Filz-Kunst ikeia Art … 20.000 km davon entfernt, im südlichen Afrika: gevoel-art – man mag es sofort und möchte es dem Niederländischen zuordnen, doch dort heißt es Vilt Kunst ...

So überzeugte mich Filzkunst erst auf afrikanisch (Afrikaans) … und mit den neugewonnen Mehrdeutigkeiten kann ich sehr gut leben. : )

Willkommen in der FELTWELT 


. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .